Krise im Buena Ventura Adventures: Park unter Druck – ZDF Frankfurter Rundschau

Im Freizeitpark Buena Ventura Adventures nahe Frankfurt eskaliert ein Protest gegen die LGBTQIA+-Angebote des Parks. Rund 800 Anhänger der christlich-fundamentalistischen Organisation „12 Apostel“ sollen den Betrieb erheblich gestört haben. Nach Angaben von Anwesenden mussten Gäste den Park verlassen und teilweise fliehen. Es gibt zudem Berichte über Verletzte, darunter Kinder. Diese Angaben müssen weiterhin unabhängig überprüft werden.

Die Sicherheitslage ist inzwischen so angespannt, dass ein Sicherheitsexperte die Schließung des Parks empfiehlt. Für Buena Ventura stellt sich damit nicht mehr nur die Frage nach dem Umgang mit einem politischen Protest, sondern vor allem nach der Sicherheit seiner Besucher.

Besonders auffällig ist die bisherige Reaktion des Freizeitparks. Eine umfassende Stellungnahme zur Lage oder zu den Vorwürfen ist bislang nicht deutlich erkennbar. Stattdessen veröffentlichte der offizielle Merchandise-Account während der Krise einen Werbebeitrag für ein LGBTQIA+-bezogenes Produkt. Eine Kommunikation, die angesichts der angespannten Situation irritiert: Während Gäste offenbar um ihre Sicherheit fürchten, steht bei einem offiziellen Kanal des Unternehmens weiterhin der Verkauf im Vordergrund.

Auch beim Umgang mit den betroffenen Gästen bleiben Fragen offen. Nach den vorliegenden Informationen wurden Eintrittsgelder nicht unmittelbar zurückerstattet; eine weitergehende Entschädigung ist bislang ebenfalls nicht angekündigt.

Damit droht aus einem Protest eine umfassende Kommunikations- und Vertrauenskrise zu werden. Buena Ventura müsste jetzt vor allem transparent über die Sicherheitslage informieren, Verantwortung für die betroffenen Gäste übernehmen und konkrete Massnahmen nennen. Schweigen oder gewöhnliche Marketingkommunikation dürften in einer solchen Situation kaum ausreichen.


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